Sozialtage
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KAB traf mit den Themen der Sozialtage ins Schwarze

4. Kurpfälzer Sozialtage diskutierten über Ethik und Moral

Die Planungen der 4. Kurpfälzer Sozialtage in der Metropolregion Rhein-Neckar, die vom 9.-23. November stattfanden, begannen mit der Themen- und Referentensuche bereits ein Jahr zuvor. Damals konnte man nicht ahnen, dass das Thema „Ethik und Moral in der Wirtschaft“ zu diesem Zeitpunkt durch Finanzkrise und Rezession den Höhepunkt der Diskussion erreichte. Das Motto der Sozialtage „Europa der Menschen: GLOBAL – SOZIAL – GERECHT?!“ lehnte sich an das Jahresmotto des KAB-Bundesverbandes an.

So konnte bereits am Eröffnungstag in Mannheim Erzbischof Dr. Robert Zollitsch und der frühere Bundesarbeitsminister Dr. Norbert Blüm auf die ethische Verantwortung hinweisen, die es auch in den Chefetagen einzuhalten gelte. Auch der Bundesvorsitzende der KAB Georg Hupfauer forderte eine „Verantwortungsethik“ in den Unternehmen.

Die Referate der Professoren und Doktoren der unterschiedlichen Fachrichtungen in Mannheim, Heidelberg, an der Bergstraße, in Ludwigshafen und in Mosbach ergänzten sich hervorragend.

So stellte Professor Dr. Brodbeck die Sichtweise des Soziologen dar und warnte davor, dass bisher nur wenig Luft aus der Finanzblase entwichen sei und weitere Korrekturen erfolgen, so lange Unternehmen mit Finanztransaktionen mehr Geld verdienten als mit tatsächlicher Produktion von Wirtschaftsgütern.

Professor Dr. Schockenhoff warf aus theologischer Sicht einen Blick auf die Machenschaften der Manager und betonte, dass für alle der Begriff der Nachhaltigkeit mehr in den Mittelpunkt ihres Tuns rücken müsse.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Metropolregion Professor Dr. Heinrich standen die Chancen der Globalisierung eindeutig im Vordergrund. Nur wenn Unternehmen erfolgreich seien, so Heinrich, könnten sie sich auch für das Gemeinwohl einsetzen.

Pater Weghaus sprang kurzfristig für den erkrankten Referenten der IG Metall zum Thema „Europa“ ein und erläuterte die europäische Sozialcharta und wie ihre Wirkung bisher war.

Für den Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Professor Walter, war eine kritische Analyse angesagt. Alle hätten nach dem Motto gelebt, möglichst viel Profit aus Geldgeschäften zu ziehen, weniger Betuchte ebenso wie Millionäre.

„Arm droo…“ waren die Besucher nicht beim Abend mit Professor Dr. Schwöbel, der in seinem Kabarett kein gutes Haar an Managern und „Bänkern“ ließ und betonte, dass es hier nicht um eine Finanzkrise sondern um Wirtschaftskriminelle gehe.

Für den Arzt und „Energierebellen“ Dr. Sladek, der auch KAB-Mitglied ist, kann der Kunde entscheiden, wie unsere zukünftige Welt aussieht, durch gezielten Konsum können wir Märkte beeinflussen. Es gebe mehr Möglichkeiten als man denke.

Für den Europaabgeordneten Brok bietet die Osterweiterung mehr Chancen für den deutschen Arbeitsmarkt, da deutsche Produkte durch ihre Qualität überzeugten.

Andreas Englisch und Pater Stefan Kiechle rundeten das Programm der 4. Kurpfälzer Sozialtage mit theologischen Aussagen zum Gerechtigkeitsbegriff in der Bibel und der Bedeutung des Christentums für die Wertediskussion in Europa ab.

Die sehr gut besuchten Veranstaltungen, es waren zwischen 50 und 400 Besucher anwesend, gaben den Organisatoren Ulf Bergemann, Uwe Terhorst und P. Burghard Weghaus SJ. den Mut auch 2010 die 5. Kurpfälzer Sozialtage wieder in Angriff zu nehmen.

 

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